Luxemburg ist an der Fusionsforschung mit dem europäischen Gemeinschaftsexperiment JET (Joint European Torus) in Culham, Großbritannien, beteiligt. Physiker aus Europa und der ganzen Welt erforschen hier die Kernfusion als sichere, saubere und nahezu unerschöpfliche Energiequelle für kommende Generationen.
Kernfusion ist die Energiequelle der Sonne und anderen Sternen. Um Fusionsenergie auf der Erde freizusetzen, muss ein Plasma – ein vollständig ionisiertes Gas – auf extrem hohe Temperaturen aufgeheizt werden. JET ist eines von mehreren Fusionsexperimenten weltweit, mit denen Physiker und Ingenieure versuchen, Plasmen mit Temperaturen von mehreren hundert Millionen Grad zu erzeugen, einzuschließen und zu untersuchen.
JET ist die weltweit größte Fusionsanlage und die einzige, die mit dem späteren Kraftwerksbrennstoff Tritium experimentieren kann. JET hält den Weltrekord von 16 Megawatt erzeugter Fusionsleistung. Die Anlage ist ideal zum Testen plasmabelasteter Komponenten sowie Heiz- und Diagnostikeinrichtungen unter realistischen Fusionsbedingungen.
Das wissenschaftliche Programm von JET und die Beiträge der europäischen Fusionsforschung im allgemeinen werden von EFDA (European Fusion Development Agreement) koordiniert. Der Großherzog von Luxemburg, vertreten durch seinen Minister für Energie, gehört zu den Unterzeichnern dieses Vertrages.
Die herausragenden Ergebnisse von JET zusammen mit der Expertise, die durch
die gemeinsame Nutzung der Anlage gewonnen wurde, ermöglichten Europa eine Schlüsselrolle
bei der Planung der größeren, weltweit finanzierten Anlage ITER, die hohe Fusionsleistungen
von 500 bis 700 Megawatt erzeugen soll. Die Fusionsforschung ist eine der bedeutenden und
viel versprechenden wissenschaftlichen Unternehmungen Luxemburgs und seiner Experten. ITER
wird an dem von Europa vorgeschlagenen Standort in Cadarache, Südfrankreich, gebaut. |
Mitarbeiter unterschiedlichster Nationalitäten arbeiten
im JET-Kontrollraum
Das geteilte Bild zeigt das Innere des Plasmagefäßes von JET
sowie das Plasma...
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